Welche Gefahren lauern beim Investieren in Bitcoins?

Innerhalb der Bitcoin-Community befindet man sich in einer Blase aus Bitcoin-Aficionados und Ja-Sagern. Es scheint, als wären die Mitglieder allesamt überzeugt von den einzigartigen Vorteilen. Man sollte regelmäßig diese Blase aus Begeisterung, Euphorie und Zuversicht verlassen und die Satellitenperspektive einnehmen.
Der Kurs geht bekanntlich gemächlich durch das Treppenhaus nach oben und rasant durch den Fahrstuhlschacht nach unten.

Welche Gefahren lauern für den Bitcoin? Was könnte zu einem rasanten Preissturz führen?

a) Verlustrisiko für den Eigentümer

In diesem Aspekt verhalten sich Bitcoins wie Bargeld: Wird Bargeld geklaut, ist es weg.
Mit steigendem Bitcoin-Preis wächst auch die Attraktivität für Hacker, Bitcoins zu entwenden. Und einmal geklaute Bitcoins sind endgültig weg.
Liegt Geld auf der Bank, so ist dieses versichert und bis zu einer Höhe von 100.000 EUR über die gesetzliche Einlagensicherung „sicher“.
Beispiel: Anfang April 2013 wurde der Dienst für Online-Geldbeutel Instawallet Opfer eines Hackerangriffs. Die Bitcoin-Geldbeutel wurden abgeräumt. In solch einem Falle steht keine Bank oder Versicherung für den Verlust ein.

Gegenmaßnahme: Für langfristige Investments (Strategie „Kaufen & Schlafen“) sollte ein Offline- bzw. Papier-Geldbeutel angelegt werden, zu dem NUR DU den privaten Schlüssel kennst. (Dies werde ich in einem der nächsten Tutorials erläutern.)

b) Keinerlei zentralisierte Regulierung

Einer der größten Vorteile des Bitcoins ist die dezentrale Struktur, ohne Zentralbank oder Regierung. Bei der Ermittlung des aktuellen Bitcoin-Preises handelt es sich um Marktwirtschaft in Reinform: Er bestimmt sich über die unsichtbare Hand aus dem Zusammenspiel zwischen dem limitierten Angebot und der Nachfrage.
Die Nutzung des Bitcoin-Netzwerks ist genauso schwierig zu verbieten wie die Nutzung weiterer Peer-to-Peer Netzwerke (Filesharing): nämlich gar nicht! Um den Zugang zu den eigenen Bitcoins zu unterbinden, müsste das gesamte Internet deaktiviert werden.

Wie könnten Regierungen dem Bitcoin schaden? Sie könnten die Nutzung in den Untergrund verbannen, z.B. indem sich die G20 Staaten zusammenschließen und an alle Händler und Gewerbetreibenden ein Verbot aussprechen, Bitcoins als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Dies beträfe insbesondere auch Tauschbörsen wie Mt. Gox und somit wäre es nicht mehr auf legalem Wege möglich, staatliche Währungen gegen Bitcoins zu tauschen. Nichtsdestotrotz würde der Bitcoin in diesem Szenario weiterhin existieren, wenn auch im Untergrund.

c) Skalierbarkeit & maximale Blockgröße

Jeder Knoten im Bitcoin-Netzwerk kennt jede Bitcoin-Transaktion. Die Transaktionen werden in „Blöcken“ zusammengefasst, durch das Netzwerk verifiziert und zwischen den Knoten im Bitcoin-Netzwerk ausgetauscht. Mit zunehmender Nutzung von Bitcoins und erhöhter Transaktionsanzahl wird die zu verarbeitende Datenmenge mit jedem Block stetig größer. Die gesamte Kette an Blöcken (die sog. „Blockchain“) ist Stand April 2013 rund 6 Gigabyte groß. Ein Block darf im derzeitigen Bitcoin-Protokoll maximal einen Megabyte groß sein. Die heutige Blockgröße bewegt sich bei rund 25% dieser Kapazität, es gibt also noch Luft nach oben.
Doch je mehr Bitcoin-Transaktionen durchgeführt werden, umso näher rückt diese Obergrenze. Ein Erhöhen der Obergrenze auf >1 MB ist zwar technisch möglich, dennoch führt dies insgesamt zur Explosion der gesamten Blockchain-Größe und ist langfristig nicht die Lösung.
Analogie: Man stelle sich das World Wide Web anno 1996 vor. Webseiten waren für einen bestimmten Browser unter einer bestimmten Auflösung optimiert (z.B. Netscape unter 1024x768px). War man mit einem anderen Browser unterwegs, zerpflückte es die gesamte Webseite.

Wie weit sind wir seither gekommen? Wir müssen nicht einmal mehr „http://www.“ vor einer Adresse eingeben. Das World Wide Web Consortium (W3C) definiert anerkannte Standards und sorgt somit für Ordnung im WWW.
Im Falle der Bitcoins vertraue ich vollstens der Bitcoin-Stiftung sich dieser Herausforderungen anzunehmen und angemessene Lösungen zu implementieren.

Fazit

Neben all der Euphorie bzgl. der Möglichkeiten rund um Bitcoins sind auch die Herausforderungen dieser jungen Technologie nicht aus den Augen zu lassen.
Investiere nichts in Bitcoins, das du nicht zu verlieren bereit bist!
Das Investment in Bitcoins ist Stand heute wohl eine „digitale“ Angelegenheit.
In fünf Jahren ging der Bitcoin entweder
– durch die Decke,
– oder er dümpelt nahe bei 0.
Auch wenn es eine „Kurskorrektur“ gäbe, so bleibt das riesige Potenzial dieser Kryptowährung bestehen! Die Empfehlung in diesem Falle wäre eindeutig: HALTEN!

Getagged mit: , , , , , ,

Kommentar verfassen